Moin, moin

Moin, moin, so die Begrüssung hier im Friesland an der Nordsee.

Nach einer Übernachtung in Havelberg erreichen wir Hamburg. Da uns die Stadt schon bekannt ist und das Wetter sich nicht von der schönen Seite zeigt, begnügen wir uns mit einem tollen, gemütlichen Tag mit unseren Bekannten.

Schon in Sicht ist die Nordsee am nächsten Tag. 100 Meter vom Strand entfernt stehen wir in Duhnen, einem Vorort von Cuxhaven. Natürlich müssen wir erst einmal ein Stück dem Wattenmeer entlang spazieren. Das Meer ist hier so flach, dass bei Ebbe der Strand unendlich breit ist. Die kleinen Kinder scheinen dieses Phänomen zu geniessen. Alle sind von Kopf bis Fuss in wasserdichte Kleidung eingepackt und hüpfen stundenlang in den Pfützen herum welche der Strand zu Hauf anbietet. Die Erwachsenen halten sich eher an eine der geführten Wattwanderungen, denn allein ist eine solche Wanderung nicht anzuraten. Das Watt hat so seine Tücken. Der teils kilometerbreite Strand kann mit zunehmender Flut innert Kürze zum tosenden Meer werden. Schon so manch einer soll hier elendig ertrunken sein. Also sehen wir uns lieber das touristische Städtchen Duhnen an wo es morgen für uns Nordseekrabben geben soll. Doch der Sonntag stellt sich als Dauerregentag heraus. Da es ausserdem ziemlich stürmt, ist man innert Minuten von Kopf bis Fuss tropfnass. Wir beschliessen, uns den Tag in der von Wind und Wetter geschützten Morla zu verbringen.

Sehr speziell sind hier oben die kuriosen Ortsnamen. So durchqueren wir beispielsweise „Himmelspforten“. Diese niedersächsische Gemeinde ist die offizielle Postadresse des Weihnachtsmannes. Seit 1960 gibt es hier ein eigens für Weihnachtspost eingerichtetes Weihnachtspostamt. Aber auch „Fickmühlen“ oder „Leer“, hier werden übrigens die Friesenkrimis gedreht, sind im hohen Norden Deutschlands nichts aussergewöhnliches.

Zusammen mit „Mortimer“, dem Sturmtief, machen wir uns auf den Weg nach Dornum. Hier stehen wir im Nationalpark und UNESCO Welterbe „Wattenmeer Dornumersiel“. Wind und Regen peitschen uns ins Gesicht. Wir erhalten einen Gezeitenkalender mit den täglichen Ebbe und Flut Angaben. Dabei erfahren wir, dass in etwa einer Woche hier alles geräumt wird. Die Saison ist zu Ende, das Wasser wird den Zwischendeich überschwemmen – und hier stehen wir gerade. Einige der gegenüberliegenden Inseln sind schon jetzt nicht mehr für einen Besuch offen, wir sind wohl etwas zu spät im Jahr hier…

Ein spannender Flyer erregt meine Aufmerksamkeit; Strohballen-Roll-Meisterschaft! Wie es der Zufall will, steht neben uns der dreimalige Vizemeister dieses Wettkampfes. So erfahren wir auch gleich mehr über diese unbekannte Sportart. Die circa 300 kg schweren Strohballen müssen von einem Viererteam über eine gewisse Distanz ins Ziel gerollt werden. Die Königsdisziplin ist, diesen Strohballen einen Deich (Schutzwall gegen das Meer) hinauf zu rollen. Naja, dann mal viel Spass dabei…

Am nächsten Tag regnet und stürmt es immer noch. Doch eine Deichwanderung muss trotzdem sein. Ausserdem wollen wir bei Rinjes, einem Fischschuppen mit eigener Flotte, nochmals einkehren. Die Nordseekrabben gestern waren sensationell. So ziehen wir, eingepackt in Regenjacke und -hose, los. Am endlos weiten Strand werden schon die Strandkörbe eingepackt, die Saison ist definitiv zu Ende. Nach einem genialen Aalrauchmatjesbrötchen kehren wir, trotz Wind und Wetter, zufrieden zurück.

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